FRÖHLICHT SCHATTEN

Titel: Fröhlicht Schatten

Entstanden: Januar 2023

Maße: 50 x 70 cm

Medium: Acryl auf Leinwand

Bunte Fensteransicht mit einem Topf Blumen auf der Fensterbank.
Abstrakte Darstellung von Wasser und Bäumen mit lebendigen Farben und dynamischen Pinselstrichen.
Bunte abstrakte Darstellung von Bäumen in lebendigen Farben.
Abstrakte Malerei mit fließenden Farben in Blau, Rosa und Braun.

Das Werk in Worten

Ein Gedicht von Muted Muse

Es hatte etwas schaurig schönes, 

wie die Stiefmütterchen auf

der Fensterbank vertrockneten.

Anfangs drehte sich die Blume noch zum Licht,

doch ohne Wasser, da lebt es sich nicht.

Die zarten Blüten, sie hängen schon schwer

und ihre Farben, die kennt sie nicht mehr.

Ihr Anblick ist wie ein Stich ins Herz,

doch übertrifft selbst ihr Sterben, nicht meinen Schmerz.

Ich möchte mich nicht um sie kümmern.

Soll sie doch mit Blick auf den Garten,

in Sehnsucht nach rauschendem Regen verkümmern.

 

Ich hätte sie pflanzen sollen,

doch fehlte mir dafür die Kraft.

Also sah ich nur zu, was die Zeit,

Tag um Tag mit ihr macht.

Ich lasse sie einfach stehen,

denn besser als in jedem Spiegelbild,

kann ich mich selbst in ihr sehen.

Auch ich versuche meine Blätter zu winden,

doch genau wie sie,

lässt mich das nur noch schneller verschwinden.

Ich bin nicht eingefroren - ich bin ausgelaugt.

Das Licht hat ihr und mir, 

den Willen aus jeder unserer Zellen gesaugt.

 

Deshalb habe ich auch keine Kraft, 

die sie und mich in den Garten schafft.

Wir stehen beide am Fenster und sehen,

wie nasskalte Frühlingsstürme die Wälder verwehen.

Eigentlich möchte ich in Regen atmen,

da ist es laut und still.

Da schliesst man die Augen,

und hört nur noch, was man wirklich will.

Doch das Sein raubt mir die Kraft,

das ist es leichter, wenn man reglos lebt

und einfach gar nichts macht.

 

Denn sobald ich alles losgelassen hab,

fallen alle welken Blüten von mir ab.

Dann bin ich endlich frei

und Träume hinter Scheiben,

ziehen ohne Schmerz an mir vorbei.

 

Also bitte - 

lass mich einfach hier stehen.

Lass das Leben die fremden Wälder verwehn`

und lass mich jetzt und für immer vergehn`.

Doch täglich bringt mich das Licht zu Leben

und ich muss meine Blätter

mit jedem Sommersonnenstrahl mitbewegen.

Wann wird es jetzt endlich Nacht?

Dann muss ich mich nicht mehr schämen,

wenn tags die Sonne über mich lacht.

 

Denn nachts ist alles leichter

und mein Herz wird langsam weicher.

Ohne Licht, das mich zu atmen bringt,

das mir die Lebenslast in jede meiner Zellen zwingt,

hält mich die Dunkelheit im Schoss,

ich finde Freiden und lass endlich los.

Kein Blickgericht trifft mich jetzt mehr,

kein Fröhlicht brennt sich heiss und schwer.

 

So habe ich eines Nachts, 

schon selbst gar nicht mehr an meinen Durst gedacht

und mich trotzdem irgendwann, ganz beiläufig

nach Draussen gebracht.

So richtig freuen, kann ich mich darüber nicht.

Doch tut die Sonne jetzt weniger weh

auf meinem Gesicht.

 

Nicht länger führe ich den Krieg in mir,

kein strenger Blick - kein Urteil hier.

Ich stehe nicht mehr länger vor Gericht,

kein Urteil wirft mehr Schatten auf mein Licht.

Die Scham vergeht, das Herz wird weit

und endlich halte ich die eigene Zeit.

 

 

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